THOMAS RASCHKE | THE BAND - Installation, Objekt, Zeichnung

Ausstellungseröffnung: Samstag, 29. Mai 2010 | Ausstellungsdauer: 29. Mai 2010 - 30. Juli 2010


Thomas Raschke zeigt in seiner zweiten Einzelschau bei SAKAMOTOcontemporary | Berlin erstmalig die komplette Installation "THE BAND". 2004 sind bereits die ersten Boxen, wie die Gitarren- und die Bassbox aus Draht entstanden. Seitdem ist die Band "herangewachsen". Ein Verstärker, eine Gitarre, zwei Beckenständer, mehrere Tom Toms, ein Schlagzeughocker, ein Hi-Hat und nicht zuletzt eine Snare mit zwei Sticks vollenden diese nun.



2007 zeigte Raschke in Berlin bereits seine Küche, sowie seine komplette Schweißwerkstatt, beide Räume mit all den Dingen, die ihn dort tagtäglich umgaben. Bis hin zur Decken-Neonleuchte und zum Wandradio, das er nach wie vor immer während der Arbeit anschaltet.
Raschke baut Räume, Zeichenräume, die perfekt und realistisch inszeniert werden, die Gegenstände sind alle im Original vorhanden. Sie werden jeweils in ihre Einzelteile zerlegt, untersucht, wieder zusammengebaut und währenddessen 1:1 mit 3,5 mm Draht nachgebaut. Wichtig hierbei zu bemerken: der Bildhauer und gelernte Goldschmiedemeister Raschke geht komplett anders vor, als es ein klassischer Bildhauer tun würde. Der übliche Arbeitsprozess eines solchen beginnt wohl zunächst mit diversen Zeichnungen, verschiedene Perspektiven werden untersucht, Konstruktionsentwürfe gezeichnet. Für solch detailliert erzählte Objekte (mit technischem Innenleben) wären auch technische CAD-Zeichnungen vorab naheliegend. Raschke benötigt diese Schritte nicht. Er hingegen arbeitet folgendermaßen: Er sieht das Objekt, zerlegt es und baut es 1:1 aus Draht neu zusammen. Unzählige Stücke werden nach der Originallinie gebogen, gestückelt, usw. und mit Silberhartlot hart zusammengelötet. Für den Betrachter eine durchdringbare Zeichnung zu erstellen, sein Ziel. Um die Wirkung zu erzielen, werden alle zu dünnen Kabel im wiedergegebenen Objekt weggelassen. Es wird das räumlich realistisch zeichnerische Abbild mit all seinen Funktionen gezeigt. Erst nach diesem Prozess fotografiert er die Dinge, projiziert sie an eine Wand oder legt Fotos unter ein Episkop und zeichnet ein zweidimensionales Abbild des eigentlichen Objekts. (Dies erfolgt meist mit Edding oder farbiger Tusche auf Papier.)



Seit Ende 2009 hat Raschke damit begonnen, alltägliche Dinge aus etwas dünnerem Draht zu löten. So sind bis jetzt entstanden: eine Handrührmaschine, ein Hammer, eine schwedische Axt, ein Ghettoblaster, ein Feuerlöscher, ein Seifenspender, eine Spiegelreflexkamera, eine Heckenschere, u.a.. Diese Objekte sind unglaublich präzise erzählt, spielerische Abweichungen zum Original gibt es nicht. Das unterscheidet insbesondere die Position, die beispielsweise der ebenfalls mit Draht arbeitende Bildhauer Fritz Panzer vertritt. So mancher Betrachter stellte manchmal beim ersten Betrachten diese Korrelation her. Das Abbild eines realen Raums und realer Gegenstände aus der unmittelbaren Umgebung funktional zeichnerisch darzustellen, ohne eine technisch spielerische Komponente zuzulassen, unterscheidet die beiden Positionen deutlich.
Die außergewöhnliche Art und Weise dieses jahrzehntelangen bildhauerischen Schaffens macht ihn mit Sicherheit zu einem Einzelgänger.

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BILDER DER AUSSTELLUNG:





























© Bernd Wannenmacher