MICHAEL GITLIN - Informationen/Presse

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Mit der Ausstellung „Neue Skulpturen und Zeichnungen“ von Michael Gitlin zeigte die Galerie SAKAMOTOcontemporary (Oranienstrasse 164, 10969 Berlin) aktuelle Werke aus den letzten drei Jahren. 

Die amorphen Formen, mit denen sich Michael Gitlin seit 1998 befasst, scheinen im Gegensatz zu seinen frühen, mehr kontruktivistisch gradlinigen Werken zu stehen. Bei näherer Betrachtung seines Oevres löst sich dieser Gegensatz jedoch auf. In den früheren Arbeiten verwendete er meist Holz für seine konstruktiven Skulpturen, die er oftmals aber auch mit Beton oder Gips ergänzte. Die Eigenschaften des ergänzten, weichen Materials - Beton oder Gips – konfrontierten mit ihrer zufallsbedingten freien Formen die lineare Holzkonstruktion. Der Weg zu der organisch minimalistschen Form der heutigen Werke war die kontinuierliche Weiterentwicklung einer Werkidee, der das eigenständige zeichnerische Werk ebenfalls folgt: die Gleichzeitigkeit von Leichtigkeit und Schwere, Ruhe und Bewegung, Ordnung und Chaos.

Michael Gitlin, 1943 in Kapstadt geboren, studierte in Jerusalem und New York, wo er seit 1970 lebt.

Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Guggenheim Fellowship, The Pollock Krasner Foundation Grant, The Israel Museum Sandberg Prize. Seit 1975 hatte er Ausstellungen in Museen und Galerien weltweit, u.a. 1976 Galerie Schmela, Düsseldorf; 1977 Israel Museum, Jerusalem; documenta 6, Kassel; 1978 Stampa Gallery, Basel; 1986 Städt. Galerie im Lenbachhaus, München; 1988 Jessica Berwind Gallery, Philadelphia; Bonner Kunstverein, Bonn; 1989 Städdt. Kunsthalle, Mannheim; Galerie Schüppenhauer, Köln; 1990 Cargegie Mellon Art Gallery, Pittsburgh; 1991 MUHKA, Antwerpen, 2003 Slought Foundation, Philadelphia; 2006 Nelly Aman Gallery, Tel Aviv. In vielen internationalen Sammlungen sind die Werke Gitlins vertreten, z.B.  the Brooklyn Museum, NY; Solomon Guggenheim Museum, NY; Hirshhorn Museum, Washington D.C.; The Israel Museum, Tel Aviv; Ludwig Museum, Köln; Mannheimer Kunsthalle, Mannheim; Skulturenmuseum, Marl; Neues Museum Weserburg, Bremen; Kroeller.Müller; Otterlo; Stedelijk, Amsterdam; Lehmbruck-Museum, Duisburg; Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen.



Das in den neueren Arbeiten verwendete Material ist nicht mehr Holz, sondern Kupferrohr als Gerüst, das pur oder mit perfekt matter schwarzer Oberfläche, als dreidimensionale Wandzeichnung erscheint. Bespannt mit schwarzem Elastan oder weißer Synthetikwatte wirken diese raumgreifenden biomorphen Wandskulpturen wie Performance-Stücke für das Auge des Betrachters, das die weichen Formen abgleitet. Gitlins jüngste Arbeiten  sind mit Stahlwolle überzogen, die gleichzeitig die optische Dichte des Elastan und der weichen Synthetikwatte vermitteln, aber auch gleichzeitig eine Distanz herstellen. Richard Kalina schreibt in seinem Katalogtext zu Michael Gitlins Skulpturen: „Seine Skulpturen zeichnen sich durch eine ganz eigene formale Mehrdeutigkeit sowie eine materielle und sinnlich fassbare Leichtigkeit aus (in diesem Sinne sind sie Anti-Serras)“.